Persönlicher Lebenslauf von Peter Plichta
in Verbindung mit der Tragödie der Zwillingsbrüder Peter und Paul
3.3.2008
Ich wurde am 21.10.1939 zusammen mit meinem Zwillingsbruder
in Remscheid geboren (10:00 und 10.05 Uhr). Wir Jungen wuchsen
in Solingen-Ohligs auf, einem reizendem Städtchen am Rande des
Bergischen Landes. Meine Kindheit war durch den Krieg geprägt,
und ich erinnere mich noch genau, wie ich im Alter von 3 Jahren im
Großdeutschen Rundfunk die Meldung von der Kapitulation eines
deutschen Generalfeldmarschalls erlebt habe. Mein Bruder Paul er-
fasste zu meiner Verblüffung kein Wort dieser Nachrichtenmeldung,
und so war denn meine Kindheit von mehreren erbärmlichsten Atti-
tüden geprägt. Der Vater, ein wirklich guter Ingenieur, war geizig im
Sinne des Sprichwortes „Geiz ist die Wurzel allen Übels“. Die Mutter,
in der Jugend eine stolze Frau mit weizenblonden Haaren, wurde mit
zunehmendem Alter durch den Geiz in die Verzweiflung getrieben, die
von der Wut über die Weiberaffären meines Vater bis hin zur Selbst-
aufgabe gesteigert worden ist. Mein Bruder Paul passte in seiner Un-
fähigkeit lesen, schreiben und rechnen zu erlernen überhaupt nicht
als Kind zu diesem auffälligen Paar (mein Vater hatte blauschwarze
Haare), denn die Eltern waren wenigstens intelligent in der Form, die
man als Mittelmaß bezeichnet. Paul war aber dumm wie Stroh und
hatte vom Vater nur den Geiz und die Akne geerbt und von meiner
Mutter nichts.
Was meinem Vater fehlte, Mut und Entschlossenheit, fehlte meinem
Bruder natürlich auch, und was meine Mutter nicht hatte, den gym-
nasialen Abschluss, von ihr fälschlicher Weise immer als Lyzeum
bezeichnet, konnte er, wie seine Lehrer in der Volksschule und im
Gymnasium bemerkten, eben auch nie erreichen. Dieser Junge, das
absolute Gegenteil von mir, ist heute einer der reichsten Männer
Europas und hat neben dem Dr. med. Titel noch die Facharztaus-
bildung als Arzt für Psychoanalyse, eine an Wahnsinn grenzende
Tatsache.
Diese Bemerkung sei hier nur kurz notiert, um wieder auf meinen
persönlichen Lebenslauf zurück zu führen. Ich verließ mit dem besten
Schulzeugnis der katholischen Volksschule auf der Bogenstraße die
Grundschule und besuchte dann zusammen mit meinem Bruder das
Lessinggymnasium in Düsseldorf. Dort schrieb er bei den Klassen-
arbeiten solange bei mir ab, bis ihn absichtlich sitzen ließ, um an-
schließend als Quintaner zu erreichen, dass er die Sexta wiederholen
musste. Da meine Mutter und mein Vater kein Wort Latein konnten,
und ich der beste Lateinschüler der Klasse war, verschaffte ich mir
auf die Weise das scheußliche Vergnügen, einem Esel lateinische
Grammatik beizubringen. Bevor der Leser dieser Worte auch nur den
Verdacht hegen könnte, dass es mir Spaß gemacht hätte, meinen
Bruder auf grausame Weise Nachhilfeunterricht zu geben, sei daran
erinnert, dass aus Geiz mein Vater (beamteter Direktor A15) lieber
gestorben wäre, als 2 DM die Stunde für einen Nachhilfelehrer aus-
zugeben. So wurde denn Paul jedes Jahr nur deswegen in die nächst-
höhere Klasse versetzt, weil der Peter am Lessinggymnasium eine Art
Ausnahmeerscheinung darstellte, die im dialektischen Sinne bei den
Studienräten Bewunderung oder Hass weckten.
* * *
Mit 10 Jahren fand ich beim Durchstöbern von Vaters Bücherschrank
seine ehemaligen Lehrbücher in Chemie, Physik und Fachbücher über
Ingenieurskünste (hauptsächlich Eisen und Stahl). Gleichwohl gab es
kurze Zusammenhänge über Pharmazie und mehrere Fachbücher
zum Thema Medizin. Interessanterweise waren die Zeichnungen zum
Thema der gynäkologischen anatomischen Intimitäten für mich völlig
fremd, weil nicht nur zu Hause, sondern weltweit damals Sexualität ein
Tabu war, während heute Sex und Geld die einzige Sprache ist, die
völkerübergreifend international verstanden wird.
Ich lass mit 11 Jahren ein Lehrbuch der Anorganischen Chemie und
verstand jedes Wort. Das Begreifen um den Bau der Atome und Begriff
der chemischen Elemente veränderten von nun an mein Leben. Mein
systematisches Lesen verhalf mir auch, aus der Mittelmäßigkeit des
Elternhauses und der verlogenen Demokratie der jungen Bundes-
republik zu entfliehen. Mein Bruder Paul lass nie, was ich parallel bei
der heutigen Jugend beobachte, die schon von Kindheit auf der Tas-
tatur von Computern hacken und sich vorgaukeln, dass sie lesen
könnten.
Mit 12 Jahren hatte ich exakt verstanden, dass die Chemie die Lehre
von den Stoffen ist und gleichwohl von der Verbrennung, während
umgekehrt die Physik die Lehre von der Bewegung darstellt. Meine
Darstellung und Zündung von Spreng- und Raketentreibstoffen war
ungewöhnlich exakt und gefahrenorientiert, was sich heute weltweit
nicht mehr wiederholen ließe, weil jede Beschäftigung mit Chemie als
gefährlich eingestuft wird. Deutschland wurde damals nicht wie heute
von Idioten regiert, die in der Chemie eine potentielle Gefahr sehen
und in der Kernchemie den Teufel. Einst hat Deutschland die besten
Chemiker der Welt hervorgebracht, aber welcher Klassenlehrer kennt
auch nur einen Namen jener deutschen Chemiker, die uns das Wissen
von den chemischen Elementen und ihren Verbindungen erschlossen
haben.
Mit 12 Jahren war ich durch das Experimentieren mit elektrischen
Messinstrumenten und Röhren schon ziemlich tief in die Physik ein-
gedrungen. Mit 13 lass ich ein Lehrbuch der organischen Chemie und
beschloss später Silan-Chemiker zu werden, weil das Silizium – so wie
das Element Kohlenstoff – in der Lage ist, mit Wasserstoff Ketten zu
bilden, die einfach darauf warteten, dass sie erstmals in chemische
Verbindungen überführt werden müssten.
Schon mit 15 Jahren entwickelte ich mein erstes Raumfahrtpatent,
obwohl 1955 noch keine Dreistufenraketen gebaut worden waren,
denn ich hatte die Notwendigkeit erfasst, dass die atmosphärische
Lufthülle sowohl für den Flug in den Orbit ausgenutzt werden muss.
Auch die Lufteinspeisung müsste ermöglichen, irgendwie auf den
mitgeführten Oxidator zu verzichten. Als 1957 der Sputnik mit der
ersten Dreistufenrakete in den Orbit geschossen wurde, war ich ent-
täuscht, denn nun würde die Ära der Wegwerfraketen beginnen und
mit den Wasserstoffbomben die Möglichkeit der Selbstvernichtung,
was Karl Jaspers, Deutschlands letzter großer Philosoph 1958 auch
beschrieben hat.
Da ich parallel dazu aus dem Höhlengleichnis von Plato erfahren hatte,
dass wir nur die Schatten der Wirklichkeit sehen, und man den einen,
der die Wahrheit erfasst hatte, umgebracht hat, machte ich das einzig
richtige: Ich schlug meine Lehrbücher zu und schloss mein Experi-
mentallabor ab. Nach dem Abitur würde ich erst einmal Chemie und
Physik studieren und dann die Frage wieder aufnehmen: Was ist
Wahrheit und was ist Wirklichkeit?
* * *
Mein Zwillingsbruder Bruder Paul begann zu diesem Zeitpunkt
nachts einer älteren, sehr katholischen Ärztin dabei zu helfen, in
dem Barackenviertel der Zigeuner die katastrophal medizinisch
unterversorgten Menschen zu versorgen. Dabei bestand das Spek-
trum der Hilfe aus hygienischen Maßnahmen, wie Entlausen oder
aus medizinischen Eingriffen, wie in Eiterherde zu stechen oder
schlicht Kinder zu entbinden. Interessanterweise trug er zunehmend
eine Uniform mit Armbinde und Schirmmütze sowie Notfallkoffer.
Seine Uniform und Utensilien waren mit roten Johanniterkreuzen
übersät. Da ich über die Fähigkeit von Vorahnungen verfüge, er-
kundigte ich mich, ob ihm dieses Kreuzritterzeichen irgend etwas
bedeute. Da mein Bruder historisch völlig ungebildet war, hätte ich
mir die Frage auch sparen können. Später als ich im Jahre 1981 den
Begriff „Das Primzahlkreuz“ prägte, habe ich darüber nachgedacht, ob
er wohl im Nachhinein einen Zusammenhang zwischen der Heraldig
seiner Abzeichen und der Verteilung der Primzahlen bemerken würde,
wobei sich die Frage von allein erledigte. Ein noch schicksalhafteres
Ereignis für meinen Bruder war der Ankauf der Gesamtausgabe der
Werke von Siegmund Freud. Paul baute, da er, solange er mit mir
wohnte, nie über ein eigenes Zimmer verfügte, im Esszimmer des
Elternhauses auf einer angebrachten Steinplatte eine Art Altar. In der
Mitte waren die Paperback-Drucke und links und rechts davon 2 dicke
Kerzen. Über dieser Anordnung hing ein gerahmtes Foto von Dr. med.
Siegmund Freud. Irgendwann meinte ich sorgenvoll: „Paul, Du musst
diese Bücher lesen, Du kannst ihre Inhalte nicht durch anbeten lernen“.
Ein tödlich trauriger Blick traf mich und dann: „Du weißt doch, dass ich
nicht lesen kann“. Ich erschauderte, denn ich hatte blitzartig begriffen,
dass mein Bruder davon träumte Psychoanalytiker zu werden, aber
genau wusste, dass er niemals das Abitur erhalten wird. Aus diesem
verzweifelten Blick heraus habe ich viele Jahre später sein Abitur zu-
sammen mit einem Oberstudiendirektor des Düsseldorfer Riehl-Kolleg
und dem leitenden Oberschulrat von Düsseldorf mit sehr viel Geld
gekauft, was den Tagbestand der aktiven und passiven Bestechung
erfüllt hat, denn die Sache ist längst verjährt. Allerdings kann ein
gekauftes Abitur im juristischen Sinn nie verjähren. Als ich 2006 den
Kauf des Abiturs beim Riehl-Kolleg anzeigte, weil ich meinen Bruder
der Mittäterschaft bei der Ermordung meiner ersten Frau Helga Plichta,
geb. Ring (1942-1977) beschuldige, war er durch Einheirat in den
Erbenzweig von Hugo Henkel längst so reich und mächtig, dass ihn
die Schulträger IHK und Handwerkskammer, sowie die Düsseldorfer
Staatsanwaltschaft schützen müssen, weil sonst in Düsseldorf eine
Lawine losgetreten wird.
wird fortgesetzt